Pelzpflege mit Spänen (läutern)

Wer einmal seinen Pelzmantel in eine beliebige Reinigung gegeben hat, wird vielleicht auch folgende Erfahrung gemacht haben: Die Behandlung mit den herkömmlichen Lösungsmitteln löst zwar den Schmutz aus Pelz und Futter, doch gleichzeitig werden Leder und Haare stark entfettet. Heraus kommt ein optisch sauberer Pelz, der sich allerdings unangenehm hart anfühlt. Spätestens nach einem halben Jahr zeigen sich die ersten Spuren dieser falschen Behandlung: Risse und Löcher im Fell, vielleicht auch schon kahle Stellen. Jetzt ist der Kürschner gefragt. Da ist es besser, gleich das Pflege- Programm vom Fachmann in Anspruch zu nehmen.
Der erste Schritt beginnt taktvoll:
Mit Bambusstäben wird der Pelz ausgeklopft. In Fellrichtung geschlagen, öffnet sich das Haar und eventuell vorhandene Mottenkokons lösen sich und fallen heraus. Mit Talkum werden dann die stark verschmutzten Stellen wie der Kragen, Ärmel und Revers behandelt. Danach wird der Pelz geschlossen, sämtliche Kanten werden miteinander vernäht, um beim reinigen das Futter nicht zu beschädigen. Dann beginnt das Läuterverfahren: je nach Beschaffenheit der Felle kommt der Pelz in eine rotierende Läutertrommel, in die Walnußspäne von unterschiedlicher Körnungsgröße gegeben werden. Mit dieser Späne wird dem Fell der Schmutz entzogen. Das kann bis zu 30 min dauern. Anschließend kommt das gute Stück in eine Schütteltrommel oder wird mit Hochdruckluftdüsen von der Späne befreit. Je nach Fellart muss abschließend das Haar mit Wasserdampf wieder aufgerichtet werden. Handelt es sich um einen Pelzmantel mit sichtbarem Lederanteil, wird zuerst die Lederseite mit reinem Alkohol abgeschrieben, trockenengeblasen, gebürstet, nochmals mit Spiritus behandelt und schließlich eingefettet. Alles in allem eine aufwendige Prozedur. Zu einem gepflegten Pelz gehörte aber auch die richtige Umgebung. Deshalb sollte während der Sommermonate jeder Pelz zum Fachmann. Er bewahrt ihn bis zur nächsten Saison in Spezialräumen bei geringer Temperatur und mäßiger Luftfeuchtigkeit auf.