recycelte Pelze

Schnitt und Design: Andrej Subarew, Idee und Verarbeitung: Götz Weidner

… Nicht der radikale Verzicht, sondern der maßvolle Umgang mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen wird uns und unseren Erben diese Erde erhalten. …



Felle und Leder sind die ältesten Bekleidungsmaterialien. Ihre Verwendung gehört zum Konzept der vollständigen Nutzung erlegter Wild- und gehaltener Nutztiere. Durch Gesellschaft, Wissen und Werkzeuge unterlag die Nutzung einem ständigen Wandel.

In der Steinzeit wurden Felle und Tierhäute für Decken, Zelte und Bekleidung genutzt. Im Vordergrund standen die Zweckmäßigkeit und ihre Langlebigkeit.

Im Mittelalter diente der Pelz der einfachen Bevölkerung wieder aus Gründen der Zweck- mäßigkeit. Verwendung fanden hauptsächlich Lammfelle. Wohlhabendere Schichten nutzten Pelze, so genanntes Buntwerk, als Schmuck und Statussymbol. Die Verwendung wurde in Kleiderordnungen festgeschrieben.
Felle waren in der Hansezeit ein bedeutendes Handelsgut. Die Hansestädte Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund legen mit Straßennamen wie Gerberstraße und dem Tafelzeug wie dem Willkommen-Pokal der Wismarer Kürschnerzunft Zeugnis für Handel, Veredlung und Verarbeitung ab. Alle Pelze wurden in dieser Zeit noch mit der Hand genäht.

Durch die erste funktionstüchtige Pelznähmaschine Elektra 1a, die auf der Wiener Weltausstellung 1873 bekannt wurde, gelang es schlagartig die Fertigung von Pelzen zu erleichtern. Das führte zu mehr und aufwändiger gearbeiteten Pelzerzeugnissen. Als Beispiel sei der Nerzmantel in Auslasstechnik genannt. Die Pelzproduktion und -nachfrage erreichte in Deutschland zur Zeit des „Wirtschaftswunders“ in den 60ern und 70ern ihren Höhepunkt. Danach ist in nur 30 Jahren durch radikalen und undifferenzierten Tierschutz der Pelzmarkt in Deutschland fast zum Erliegen gekommen.

Langlebigkeit, Leichtigkeit und Dehnbarkeit konnten durch neue Veredlungstechniken in jüngster Vergangenheit weiter verbesset werden, sodass Pelze eine Nutzungszeit von 50 Jahren und mehr erreichen. Durch die Möglichkeit Pelze umarbeiten zu können, haben sie das Prädikat „nachhaltiger Rohstoff“ verdient.

Nicht der radikale Verzicht, sondern der maßvolle Umgang mit unserer Umwelt und ihren Ressourcen wird uns und unseren Erben diese Erde erhalten.

Synthetische Erzeugnisse, gefertigt aus endlichen Rohstoffen, die am Ende Sondermüll sind, können auf Dauer keinen Ersatz für natürliche Pelze darstellen.

Getragen von dem Gedanken, das eigene Tun nicht nur auf heute sondern auf die Zukunft nächster Generationen auszurichten möchten wir einen Beitrag leisten, vorhandene Ressourcen vor der Vernichtung zu retten und Tradition bewahren helfen. Wir wollen den Beweis antreten, daraus anspruchsvolle und zeitgemäße Mode mit hohem Tragekomfort kreieren zu können.

In Zusammenarbeit mit dem Wismarer Designer Andrej Subarew haben wir eine reversible Persianerjacke aus Altmaterial hergestellt. Dieses Modell konnte 2011 für den internationalen german fur award, Frankfurt a.M. nominiert werden.













 

Was ist das Innovative an dieser Persianer - Verar

Vor der individuellen Veredlung und Verarbeitung werden die künftigen neuen Produkteigenschaften festgelegt. Durch neu angewendete Veredelung und Verarbeitung entsteht ein Produkt das sich von konventionellen Umarbeitungen wesentlich unterscheidet. Die Lederseite wird wie bei modernen Wendepelzen veredelt, hier aber nachträglich. Die Veredlung ist mit handelsüblicher Lederfarbe und mit flexiblen Folien möglich.Ästhetische Gestaltung (gute Platzierung sichtbarer Nähte) sind Aufgabe des Kürschners. Diese Verarbeitung lässt Unikate entstehen. Es sind dadurch handwerkstypische Produkte.
Mit steigender Akzeptanz wird wieder ein Markt für Pelze entstehen, der geläutert durch die radikale Ablehnung in den letzten 30 Jahren ethischen und ästhetischen Grundsätzen einer modernen Gesellschaft entspricht.

Wir möchten dazu einen aktiven Beitrag leisten und mit unserem Handwerk heute und für die Zukunft regionale Arbeitsplätze sichern helfen.